Nachdem unser Immobilienmarkt den Lockdown im März relativ unbeschadet überstanden hat, fragen sich Verkäufer, Vermieter und Bauträger, wie es nun aufgrund der erneuten Dramatik in der Coronakrise weitergehen wird.

In diesem Bericht geben wir Ihnen ein Update zum Thema Corona und Immobilien und eine weitere Prognose zur Entwicklung des Immobilienmarktes.

Einschränkungen:

Erneut drohen bzw. bestehen bereits lokale oder regionale Ausgangsbeschränkungen, die die Arbeit und Möglichkeiten rund um das Thema Immobilie weiter einschränken. Der Wunsch nach Sicherheit bei Interessenten und Eigentümern, aber auch bei unseren Mitarbeitern, insbesondere aber auch bei Mietern von zu verkaufenden oder neu zu vermietenden Immobilien bewirken, dass Besichtigungen nur eingeschränkt, bewusst vorsichtig und nur wenn nötig durchgeführt werden sollten.
Besichtigungen: Aus dem letzten Lockdown haben wir viel gelernt was das Thema Besichtigungen angeht. Makler dürfen auch während eines Lockdowns Ihrer Tätigkeit an wechselnden Arbeitsstellen nachgehen, also auch besichtigen. Für Interessenten bedeutet dies aber, dass nur wer „berechtigtes Interesse“ hat, auch im Rahmen von Ausgangsbeschränkungen besichtigen kann. Berechtigtes Interesse besteht eher nicht bei der Suche nach einer neuen Kapitalanlage. Berechtigtes Interesse kann z.B. bei einem beruflich bedingten Umzug, bei einer drohenden Eigenbedarfskündigung oder bei dringender Notwendigkeit nach neuem Wohnraum bestehen.

Wichtige Vorbereitung:

Bevor Sie für die Besichtigung einer Immobilie anfragen, sollten Sie sich über die Immobilie so umfassend wie möglich informieren, um unnötigen Kontakt und ein damit unnötig verbundenes Risiko zu vermeiden. Hier unterscheidet sich – wieder einmal – der gute Makler vom Hobby-Makler. Ausführliche, gute und ehrliche Bilder und Beschreibungen, gut aufbereitete und verständliche Grundrisse, virtuelle 360°-Besichtigungen und vollständiges Material zu der Immobilie waren bei uns schon immer der Mindest-Standard. Auch sollte ein ausführliches Telefonat unbedingt alle offenen bzw. für den Erwerb einer Immobilie wichtigen Fragen bis hin zum Thema Finanzierbarkeit und Folgeverkauf der sich im Besitz befindlichen Immobilie so weit wie möglich klären, bevor eine Besichtigung stattfindet.

Besichtigungen während Corona:

Wenn Sie eine Immobilie besichtigen, sollten Sie – neben den Mindest-Maßnahmen wie Abstand halten und Mundschutz tragen sowie die Desinfektion ihrer Hände (davor und danach) – auch weitere Besichtigungs-Regeln beachten. Nur wer unbedingt dabei sein muss, sollte auch wirklich dabei sein. Als Interessent sollten Sie keine Türgriffe, Lichtschalter, Schränke, Treppengeländer oder Sonstiges anfassen. Im Regelfall verlassen unsere Mieter bzw. Eigentümer die Immobilie, damit so wenig Menschen wie möglich zusammen in den geschlossenen Räumen sind. Wir lüften, wenn möglich, während den Besichtigungen was im bevorstehnden Winter schwieriger werden wird. Unsere Interessenten erhalten mit der Terminbestätigung zur Besichtigung ein Merkblatt, das Sie auch gerne bei uns anfordern können.

Ungebrochene Nachfrage?

Ja und Nein. Was für uns deutlich spürbar ist, ist die Tatsache, dass die Anfragekurve bei Neuinseraten erheblich steiler aber auch aggressiver geworden ist. Wer also schon länger und noch immer sucht, will nun unbedingt und zeitnah endlich zum Zug kommen (kaufen/mieten) und nicht noch länger suchen. Gerade weil wir Immobilien zu sehr realistischen Preisen anbieten, gibt es oftmals erhebliche Enttäuschungen, wenn eben doch nur ein Interessent die Immobilie erwerben kann und wir im Durchschnitt dann 5-10 anderen Interessenten absagen müssen. Hier wäre etwas mehr Fairness und Umgang mit der Situation auch von Seiten der teilweise schon verzweifelt Suchenden sehr wünschenswert. Zum anderen aber werden die Anfragen tatsächlich nach der ersten Anfragewelle deutlich weniger und die Welt rund um diese Immobilie wird sehr schnell viel ruhiger. Etliche Interessenten stellen scheinbar also die Suche zurück und warten ab, was wirtschaftlich überhaupt passiert.

Wohin entwickeln sich die Preise?

Wir beobachten einen stärker werdenden Druck aus den großen und inzwischen überteuerten Städten wie Augsburg, München aber auch Landsberg. Viele wollen eine Immobilie auf dem Land kaufen, wo Preise und Mietrenditen noch besser sind. In den „Hotspots“ werden die teuren Immobilien bewusst verkauft, um mit diesem Geld „günstig“ aufs Land zu ziehen. Regionen im Umland mit guter Infrastruktur und vor allem dort mit mehr Platz werden gefragter. Im direkten Bereich der Städte erkennen wir, dass die bis vor einem Jahr noch scheinbar noch leicht erzielbaren extrem hohen Preise inzwischen deutlich hinterfragter werden, auch die ersten Kaufpreisverhandlungen nach unten – vor ein bis zwei Jahren noch undenkbar – finden wieder statt. Für unsere Verkäufer und die damit verbundenen Angebotspreise ihrer Immobilien bedeutet das, dass es umso wichtiger ist, realistische, marktangepasste und ehrliche Preise anzusetzen. Gerade weil die Anfragekurve nach einer Woche extrem stark nachlässt und die Immobilie dann für den Markt schnell uninteressant wird, sind ein fundierte Beratung sowie eine zum jeweiligen Markt passende Strategie wichtiger denn je. Nicht wer den allerhöchsten Preis als Makler verspricht (eine „Einkaufsstrategie“ vieler Makler), sondern wer Erfahrung und Marktkenntnis hat, ist mehr denn je der richtige Partner für Privatverkäufer und Bauträger vor Ort. Sehen Sie auf die Homepages der Makler: Wer hier ein bis zwei Immobilien anbietet kann die obigen Erfahrungen nicht machen und deren Auswirkungen auf Ihre Immobilie kaum realistisch einschätzen.

Unsere Prognose:

Wir gehen davon aus, dass Immobilienpreise aufgrund der erneuten bzw. weiterhin bestehenden Corona-Krise mindestens stagnieren werden. Im Bereich von größeren Städten wird es eine erkennbare Bereinigung und zunächst kleinere Einbrüche geben. Je nach Dauer und der weiteren wirtschaftlichen Auswirkung der Corona-Krise wird sich hier eine damit verbundene Abwärtsbewegung zeigen. Banken werden bei Finanzierungen sowohl die Preise der zu finanzierenden Immobilien als auch die Bonitäten der Kunden wesentlich stärker beleuchten und ihr Risiko-Engagement zurückfahren. Die Bearbeitungszeiten von Krediten werden sich auch dadurch deutlich verlängern. Die Vermarktungsdauer von Immobilien wird sich verlängern, was das Angebots-/Nachfrageverhältnis aus Sicht der Kaufinteressenten verbessern wird. Auch werden die nun deutlicher werdenden Auswirkungen von Kurzarbeit, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit auf dem Immobilienmarkt erkennbar ankommen, was bisher aufgrund des Anfrageüberhangs noch kompensiert werden konnte. Insbesondere Gewerbeimmobilien sind aktuell nicht handelbar, kleinere Kapitalanlagen sind weiterhin gefragt, Wohnimmobilien für Eigennutzer benötigen mehr Platz (Homeoffice) und werden in ländlichen Regionen attraktiver, aber nicht teurer.

Deshalb unsere Empfehlung:

Gehen Sie sorgsam mit Ihrer Immobilie (und letztlich Ihrem eingesetzten Kapital) um und lassen Sie sich erst vom Fachmann beraten. Sprechen Sie mit uns, bevor Sie entscheiden was Sie tun. Achten Sie bei der Auswahl Ihres Partners zum Verkauf Ihrer Immobilie auf Auszeichnungen, Erfahrung und Marktkenntnis. Geben Sie Ihre Immobilie nur in die Hände von qualifizierten und erfahrenen Profis.